Dieser Beitrag wurde von Dr. med. J. Küster 2013 verfasst und mit freundlicher Genehmigung hier veröffentlicht. Alle Angaben basieren auf den Zeitpunkt der Erstveröffentlichung. Änderungen, die der medizinischen und technisch-organisatorischen Entwicklung unterliegen bleiben vorbehalten. Aus redaktionellen Gründen kann der Inhalt gekürzt sein.

__________________________________________________________________________________________ 

Prostatakrebs - Früherkennung erhöht die Heilungschancen

In Deutschland gibt es das Angebot regelmäßiger Krebsfrüherkennungsuntersuchungen 
für alle Krankenversicherten. Ab dem 45. Lebensjahr gibt es für Männer die Untersuchung auf Prostatakrebs. 

Die Krebsfrüherkennungsuntersuchung ist, nicht nur im Bereich der Urologie, insgesamt ein schwieriges Thema.
Lediglich 50 Prozent der Frauen und maximal 25 Prozent der Männer nutzen das Angebot.
In der Bundesrepublik Deutschland erkranken im Jahr ca. 50.000 Männer an Prostatakrebs,
etwa 10.000 versterben aufgrund dieser Diagnose.

Die Leistung der Krebsfrüherkennungsuntersuchung bei Männern umfasst eine gezielte
Anamnese, das Abtasten des äußeren Genitals, das Abtasten der Prostata vom After aus
und das Abtasten der regionären Lymphknoten in der Leiste. Nach den ärztlichen Leitlinien
zum Prostatakrebs gehen die verantwortlichen Experten davon aus, dass die alleinige
digitale-rektale Untersuchung der Prostata als Krebsfrüherkennungsuntersuchung
nicht 
ausreichend sind.

Es wird empfohlen, dass neben dem Abtasten der Prostata mit dem Finger eine
Überprüfung des sogenannten PSA-Wertes im Blut vorgenommen wird. Dieser Wert soll
helfen zu entscheiden, ob im Bereich der Prostata eine gut- oder bösartige Veränderung
vorliegt. Der PSA-Wert, der primär ein Organ- und kein Krebsmarker ist, wird in der
Öffentlichkeit kontrovers diskutiert.

Der Arzt rät zur rechtzeitigen Untersuchung

Jeder gesunde Mann sollte ab dem 45. Lebensjahr eine Basisuntersuchung
durchführen lasen, um den aktuellen Status im Bereich der Prostata zu erheben. 
Neben dem abtasten gibt der PSA-Wert eine Orientierung, ob dieser in der
für das Lebensalter zu erwartender Höhe liegt. Mit diesen Früherkennungsmaßnahmen
soll gesichert werden, dass ein entstehender Prostatakrebs im Frühstadium
entdeckt wird, d. h. der Krebs sollte auf die Prostata begrenzt sein und weder
die Prostatakapsel noch benachbarte Strukturen infiltrieren. In diesem Stadium
ist der Krebs mit verschiedenen Behandlungsmethoden, wie der radikalchirurgischen
Entfernung der Prostata oder der Bestrahlung von extern oder der sogenannten
Brachytherapie, die Spickung der Prostata mit radioaktiven Nadeln, heilbar.

Im Umkehrschluß muss festgestellt werden, dass bei einer nicht durchgeführten 
regelmäßigen Kontrolle der Prostata ein sich bildender Prostatakrebs über lange
Zeit nicht bemerkt wird, da in der Regel keinerlei Symptomatik verursacht wird.
Erst bei auftretenden Metastasen werden Schmerzen verursacht. In dieser Phase ist
Erkrankung nicht mehr heilbar.

SHG/LMp./28.04.2016 (wird fortgesetzt)

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen