Hier erscheinen in unregelmäßigen Abständen Berichte über das PKZ im NZN.
Für viele unserer Mitglieder war und ist das PKZ und/oder die dafür arbeitenden Ärzte, medizinisches Personal und
angeschlossene Einrichtungen die erste Wahl für ihre Prostataerkrankung.


 Ein Netzwerk für den Patienten

von: Dr. med. Jens Küster, Ltd. Arzt Urologie / Nierentransplantation, Leiter Prostatakarzinom Zentrum, 
Nephrologisches Zentrum Niedersachsen, Hann. Münden
  

Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Dank verbesserter 
diagnostischer Möglichkeiten können etwa 7O % der Fälle in einem Frühstadium diagnostiziert und somit geheilt werden. Ziel ist es, die Sterblichkeitsrate durch den Prostatakrebs zu senken und die Überlebensrate bei guter Lebensqualität zu verlängern.

Für die Umsetzung dieses Zieles ist zum einen eine gezielte Krebsfrüherkennungs-
untersuchung ein entscheidender Faktor, zum anderen eine hochwertige Therapie 
und eine engmaschige Nachsorge.

Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) verfolgt das Ziel, die Betreuung onkologischer Patienten zu verbessern und ihnen in jeder Phase der Erkrankung eine an hohen Qualitätsmaßstäben orientierte Behandlung zu ermöglichen. Dafür hat die DKG Kriterien zur Diagnostik und Therapie von Krebspatienten festgelegt.
Einrichtungen, die in der Behandlung von Prostatakrebs einen Schwerpunkt sehen, können sich freiwillig zur Umsetzung dieser Kriterien verpflichten und einer regelmäßigen Überprüfung durch Gutachter unterziehen. Gegenstand der Überprüfung sind die Einhaltung internationaler Qualitätsstandards bezüglich Diagnostik,Therapie und Nachbetreuung der Patienten.

lm Rahmen der Zerlifizierung sowie regelmäßiger Rezertifizierungen müssen alle Behandlungsparameter und -schritte durch eine umfangreiche und transparente Dokumentation der Ergebnisqualität prüfbar sein.


Die Klinik für Urologie im Nephrologischen Zentrum Niedersachsen (NZN) - eine Einrichtung des Gesundheitszentrums am Vogelsang, Hann. Münden unter der Trägerschaft der AWO Gesundheitsdienste gGmbH - verfügt über 30 Betten. Jährlich wurden ca. 2.000 stationäre Operationen durchgeführt, ca. 6.0O0.Patienten werden ambulant behandelt.

Ein Schwerpunkt der Abteilung ist die hoch spezialisierte Tumorchirurgie in modernsten Operationssälen.
Im Bereich der LDR-Brachytherapie, einer Behandlung des lokal begrenzten Prostatakarzinoms mit radioaktiven, reiskorngroßen Nadeln, ist das Prostatakarzinom Zentrum am NZN (PKZ) der führende Anbieter der Region.

lm neu gegründeten PKZ - einem von vier zertifizierlen Prostatakarzinomzentren in Niedersachsen - erhalten Betroffene neben ausführlichen Informationen bezüglich des Prostatakrebses die erforderliche medizinische, pflegerische und auch soziale Hilfe zur Behandlung und Bewältigung der Erkrankung.

Das ganzheitliche Therapiekonzept des PKZ umfasst Vorsorge, Früherkennung, Diagnostik sowie Therapie und Nachsorge.Das qualitativ hochwertige Leistungsspektrum der Therapiemaßnahmen erstreckt sich dabei von der Operation über die Strahlentherapie bis hin zur Chemotherapie des Prostatakrebses.
Die Therapieplanung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den zuweisenden Urologen, die als Kooperationspartner Teil der Netzwerkstruktur des Prostatakarzinom Zentrums sind.

Eine umfassende Versorgung der Krebspatienten ist nur durch ein interdisziplinäres Netzwerk von Spezialisten unterschiedlicher medizinischer und pflegerischer Fachrichtungen möglich. ln diesem Netzwerk arbeiten die Fachärzte der Urologie sowie der Strahlentherapie als zentrale Leistungserbringer eng zusammen.
Jeder neu diagnostizierte Patient wird in einer wöchentlichen Tumorkonferenz detailliert besprochen. Die Behandlungspartner legen in zielorientierter Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Urologen eine individuelle Tumorherapie fest, die dem Tumorstadium, dem Lebensalter des Patienten sowie seinen persönlichen Wünschen entspricht. lm fortgeschrittenen Tumorstadium erfolgt eine qualifizierte medikamentöse Tumortherapie.

Die Labormedizin, die diagnostische Radiologie sowie die Nuklearmedizin sind im Rahmen der Diagnostik in das Prostatakarzinomzentrum eingebunden. Eine wichtige Expertise übernimmt die Pathologie. Zahlreiche Parameter aus der histologischen Befundung fließen in die Therapieentscheidung ein.
Die Arbeitsweise und 
Behandlungsschritte der Netzwerkpartner werden stets untereinander abgestimmt, um Doppeluntersuchungen zu vermeiden und eine optimale Therapie einzuleiten und fortzuführen.
Regelmäßige gemeinsame 
Fortbildungsveranstaltungen und Qualitätszirkel garantieren ein hohes medizinisches Niveau aller Netzwerkakteure.

Über den stationären Aufenthalt hinaus wird die Organisation von Anschlussheilbehandlungen und psychoonkologischer Betreuung übernommen. Das PKZ engagiert sich für die Vernetzung der Patienten in regionalen Selbsthilfegruppen.

Der Leiter des PKZ ist der Schirmherr der,,Selbsthilfegruppe Prostatakrebs" in Hann. Münden.

 

Anm.:Der Bericht erschien zuerst in der Broschüre "Gesundheitsdienst", Ausgabe 2/2010, wiedergegeben mit freundlicher Zustimmung des Verfassers, Dr. med. Jens Küster. 

Alle Angaben basieren auf den Zeitpunkt der Erstveröffentlichung. Änderungen, die der medizinischen und organisatorischen Entwicklung unterliegen, bleiben vorbehalten.

SHG/LMp. 28.05.2014


 

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